Hahnemann ganz satt! Eine neue CD als Grund, sich endlich einen PC anzuschaffen
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August 2013

Hahnemann ganz satt!
Eine neue CD als Grund, sich endlich einen PC anzuschaffen


Hahnemann CD

Aude sapere – wage zu wissen«, diesen Leitspruch von Samuel Hahnemann haben repertorisierende Schüler Hahnemanns mit Computerinteresse schon sehr früh umgesetzt: Schon bald, nachdem Personal Computer zur Verfügung standen, gab es erste Software, die die Mühen der Repertorisierung erleichtern sollte. Heute können sich viele diese Hilfe kaum noch aus ihrer Alltagspraxis wegdenken. Noch attraktiver wird die Arbeit am PC durch ein jetzt erschienenes Werk, dass alle großen Schriften des Meisters auf einer CD-ROM vereint und auf dem PC unter Windows sichtbar werden lässt.

Die CD enthält die vollständigen Ausgaben folgender Schriften Hahnemanns: »Apothekerlexikon«, »Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen«, »Heilkunde der Erfahrung«, »Organon der Heilkunst« (5. und 6. Auflage), »Reine Arzneimittellehre« (2. und 3. Auflage) sowie »Die chronischen Krankheiten« (2. Auflage). Insgesamt ein mehr als beeindruckender Umfang von knapp 30.000 Druckseiten, dessen tatsächlichen Wert bislang wohl nur gelernte Homöopathen zu ermessen wissen. Bislang deshalb, weil der Berliner Verlag Directmedia Publishing mit der CD jetzt ein Werk vorlegt, dass auch anderen Homöopathie-, Zeit- und Medizingeschichte-Interessierten genügend Studienvorlagen bietet. Neben den rein medizinischen Interessen gibt noch einen weiteren Grund für das Studium der Hahnemann-Texte, wie es im CD-Vorwort des Berliner Essayisten Hans-Georg Soldat heißt: »Sie sind Dokumente der Menschlichkeit aus der Epoche der Aufklärung, ein Begriff, der, völlig zu Unrecht, unterdessen beinahe abschätzig gebraucht wird. Hahnemann ist ein Kind dieser Zeit, seine Geistesverwandtschaft mit den Wortführern der Aufklärung offenkundig. ... Hahnemanns Werk ist so schließlich von erheblichem kulturhistorischen Interesse.« An dieser Stelle ist nicht der Platz, die mit hohem Aufwand digitalisierten Werke im einzelnen vorzustellen. Auch werkkritische Anmerkungen sollen zukünftigen Nutzern vorbehalten bleiben – bis auf eine: Der berühmt-berüchtigte § 274b aus dem Organon der Heilkunst, in welchem Hahnemann das Verabreichen von Doppelmittel in komplizierten Krankheitsfällen als homöopathisch und »echt rationell« bezeichnet hat (haben soll), ist nicht auf der CD enthalten. Hier müssen interessierte Leser weiterhin auf die von Arthur Lutze herausgegebene Ausgabe der 6. Auflage aus dem Jahre 1865 verwiesen werden (die 6., von Richard Haehl herausgegebene Ausgabe ist hingegen auf der CD enthalten, wenn auch nur in einer späten Ausgabe von 1958).

Die Installation des Anzeigeprogramms (lauffähig unter allen Windowsversionen ab einschließlich '95) ist schnell und problemlos möglich. Eine Kopie aller Datenverzeichnisse von CD auf Festplatte erlaubt die Nutzung des Werkes auch ohne eingelegte CD. Software-Updates und Infos stellt der Verlag unter www.digitale-bibliothek.de zur Verfügung. Die Software der Reihe Digitale Bibliothek ist anfänglich gewöhnungsbedürftig und lässt noch einige Wünsche offen. Jede Art von Basisrecherche ist jedoch rasch und problemlos möglich, dank komplexer Indexdateien stehen alle Suchergebnisse innerhalb von Sekundenbruchteilen zur Verfügung. Komplexe Suchabfragen, Wortindizes, Notizen, Übernahme von Textstellen in die Zwischenablage oder Ausdruck von bis zu 255 Seiten gleichzeitig sind ebenfalls realisierbar. Wer regelmäßig mit dem Werk arbeitet, sollte sich die vielfältigen Möglichkeiten der Software aneignen – es lohnt sich.

Resümee Kein Einzelwerk für Health Professionals, das der Autor unter Hunderten von deutsch- oder englischsprachigen Computer-Programmen oder -Datenbanken auf CD-ROM im Verlauf der letzten 10 Jahre geprüft und/oder rezensiert hat, ist vom Gehalt oder Nutzwert für Interessierte so herausragend wie die vorgestellte Hahnemann-CD.

CD-ROM

Anmerkung: Die Digitalisierung von Büchern und Zeitschriften, die vor dem deutschen Fraktur-Verbot von 1941 erschienen sind, macht die Umsetzung von Frakturschrift (gebrochene Schrift) in Antiqua (lateinische Buchschrift) notwendig. Bei kurzen Werken ist dies manuell, bei umfangreichen nur maschinell zu erreichen. Allerdings gibt es bis heute keine Software, die eine perfekte maschinelle Umsetzung von alten oder älteren Frakturtexten erlaubt. Dies einer der Gründe für einen bestimmten Prozentsatz von, durchaus auch mal entscheidenden Fehlern in digitalen Textausgaben. Beispiel: Mephisto sagt – in einer digitalen Umsetzung von Goethes Faust I des gleichen Verlages – in der berühmten Szene im Studierzimmer: »... // So ist denn alles, was ihr Sünde, // Zerstörung, kurz das Böse nennt, // kein eigentliches Element.« (DB, Bd. 4) Eigentlich heißt es »mein eigentliches Element«. Für alle digitalen Datenpräsentationen (Internet, CD-ROM u.a.) heißt es also: Therapeutische Entscheidungen dürfen auf ihnen niemals aufgebaut werden!

Tipp: Der umgekehrte Weg – von Antiqua zu Fraktur – ist eine durchaus komplexe Aufgabe, da Frakturschriften bis zu 30 zusätzliche Buchstaben, Ligaturen und Zeichen enthalten können, die nach verschiedensten Regeln zu setzen sind. Der oben erwähnte Essayist Soldat hat für Liebhaber von Fraktur (z.B. wegen der viel höheren Lesbarkeit als Antiqua) die kostenlose Software Ligaturix entwickelt, die in Microsoft Word-Software die Umwandlung von beliebigen Antiquatexten in Fraktur durchführt. Weitere Informationen finden sich hier: www.ligaturix.de.


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